Warum das mit Vereinbarkeit nicht funktioniert – neue Studie zu unseren kranken Wirtschaftseliten

5. Januar 2017

Im Tagesanzeiger gibt es in der ersten 2017er Woche eine neue Studie zu entdecken, wie Topmanager abschalten. An erster Stelle kommen Sport und Ernährung, abgeschlagen sind Ferien und Familie. Zeit mit der Frau zu verbringen ist gar an letzter Stelle.

Die Umfrage ist nicht repräsentativ und auch die Fragestellung ist fragwürdig (bias). Nicht desto trotz – das Ergebnis ist erstaunlich, überrascht mich aber nicht.

Es kommen einige Manager zu Wort. So plant der Triathlet Gisel (Raiffeisen) Trainingssessions zwischen Meetings und Ackermann (Bank Coop) geht unter der Woche manchmal um 19 Uhr nachhause um zu kochen (4 Kinder, jüngstes 6). Der Rest ist wohl 6 Tage die Woche 14 std an Meetings, Reisen und Geschäftsessen.

Hier einige Beobachtungen und Kommentare:

A) Firmenkultur killt Vereinbarkeit

Dieser Leistungsethos der Topmanager ist es, was die Firmenkultur prägt. Denn die zweite Managementstufe muss gleiches leisten um es vielleicht auch einmal nach oben zu schaffen. Die Stufe darunter (n-2, üblicherweise Managing Directors) ebenso. Das heisst dass die gesamte Spitze in einem Unternehmen 60+ Stunden arbeitet und sich über Leistung (auch sportlich und ausserberuflich) definiert. Firmen können noch so lange von Vereinbarkeit sprechen – Fakt ist, dass es in diesen Unternehmen keine Vorbilder gibt, die sich aktiv um die Familie kümmern. Konkret zB einen Nachmittag mit den Kindern verbringen, die Kids um 5 von der Krippe abholen oder mit Ihnen am Nachmittag die Hausaufgaben (zB im Büro) zu machen anstatt auf das Laufband zu gehen. Natürlich arbeitet auch niemand Teilzeit.

B) Normal ist das nicht

Herr Ackermann kommt im Artikel ja gut weg – es scheint er kümmere sich um die Familie. Doch mein 8 jähriger Sohn braucht um 20 Uhr kein Abendessen mehr. …viel mehr wird es ein Gutenachtkuss. Ferien kommt bei den Managern ganz am Schluss und Herr Ackermann macht tatsächlich mit seiner Frau 1 Woche Urlaub! Normal ist das nicht und eigentlich das dümmste was ich seit langem gelesen habe.  ….Schlaf und Ferien sind die wichtigsten Bestandteile für die Regeneration und schlussendlich auch zum abschalten. Dass die Manager keine Zeit mit Familie und Frauen verbringen wollen ist einleuchtend – zuhause ist es laut, unplanbar, unvorhersehbar UND – man ist vor allem mit emotionaler Anwesenheit gefordert. Da verbringt auch Herr Ackermann lieber 70 Stunden die Woche beim arbeiten. (d.h. de facto ist auch bei Herrn Ackermann die Family Time am Samstag Abend und Sonntag)

C) Die grosse Lüge

Erstaunlich ist, dass alle nach oben wollen. Auch die Generation Y.
Klar verdient man da hunderttausende von Franken im Jahr und hat viele Leistungen und gesellschaftliche Anerkennung. Doch da oben ist es ungemütlich, kalt und hat zum Preis, dass man nicht bei der Familie ist. Ich habe es selber erlebt (nicht ganz auf diesem Niveau) – es wäre inhaltlich schon möglich, viel weniger zu arbeiten und näher bei der Familie zu sein. Aber das System, die Kultur und die Peers auf gleichem Niveau verunmöglichen das. / Ich habe in meiner Karriere noch nie jemanden getroffen, der freiwillig bereit gewesen wäre auf das zu verzichten oder es zu riskieren. De facto sind unsere Topmanager Sicherheitsmanager und bewegen in Ihrem Wirken äusserst wenig. Viele wissen das – dass sie nur ein kleines auswechelbares Rädchen in einer riesigen Geldmaschine sind. Alle versuchen sie, sich so lange wie möglichst weit oben zu halten und abzukassieren. Denn alle wissen, dass sie irgendwann entlassen werden oder gesundheitlich abstürzen. Fast niemand schafft es heute bis zu Pensionierung, geschweige denn mit einer intakten Ehe und Familie. Alle kennen den Preis und alle schweigen sie über die grosse Lüge.

D) Führung & Wirken braucht (Frei-) Zeit

Leute die etwas bewirken brauchen Zeit für Regeneration und Müssiggang. Die guten Ideen kommen meistens nicht beim arbeiten. Führung ist Menschenarbeit – d.h. man braucht Gelassenheit, Abstand, Reflektion und Warmherzigkeit. Es geht in der Führung erster Linie um Gefühle (Mensch sein, den anderen Menschen wahrnehmen) und nicht um die Sache. Auch Ideen und Innovationen brauchen Abstand und Ruhe. Die Agenden der Topmanager sind über Wochen und Monate bis in die kleinste Ecke zugeplant. Fast keiner hat Freiräume und Zeit für sich – die Familie und die eigene Frau. Vielfach ist es nämlich die Frau zuhause die noch die letzte Reflektionsquelle ist. Frauen die Ihre Männer wieder aufpäppeln, die Feedback geben, die menschliche – gesellschaftliche und moralische Komponenten einfliessen lassen. Die Wertschätzung der eigenen Frau – und der Tatsache, dass die eigene Frau die Familie gross zieht und das ganze Umfeld in Takt hält – die fehlt über weite Strecken. …und so wird der nächste CV von einer Frau nach Mutterschaftspause und Teilzeitwunsch dann souverän gleich in der ersten Runde aussortiert. Werte und Leistungsethos sind der Grund, warum das mit der Vereinbarkeit nicht funktioniert.

Andy Keel

 

 

Die sinnvollste Schulstunde der Woche ist der Klassenrat.

12. März 2016

Mein Sohn geht in die 2 Volksschule. Die Absurditaet unseres (Noten-)Schulsystem wird immer groesser, aber darueber moechte ich hier nicht schreiben.

Die Lehrerin hat dieses Jahr in Eigenregie am Freitag in der letzten Stunde einen Klassrat eingerichtet. Die Kinder diskutieren Missstände, Ängste, Wünsche und mit der Friedenstreppe werden Konflikte gelöst.

Auf beiden Seite der Pyramide stehen sich die Streithäehne gegenüber. Jeder formuliert sein Argument vom Streit, steigt dann eine Treppe rauf. 3x
Zu oberst sind beide Kinder gleichauf und können mit einem Handschlag Frieden machen.

Genial. Die Lehrerin ist eine Heldin. Die Kinder lernen dabei so viel.

…unglaublich, wieviele Konflikte auch erwachsene Menschen damit loesen könnten. …oder erst gar nicht soweit kommen, einen Konflikt eskalieren zu lassen. #Partnershipvalue

Der neue Bachelor – ein armseliger Vater

28. Januar 2016

Der neue Bachelor ist 30, Unternehmensberater und Papa von einem 1 Jährigen Kind. Ich finde das eine Katastrophe und argumentiere aus 3 Blickwinkeln. Er als Vater, die teilnehmenden Mädchen und RTL resp. den gesellschaftlichen Aspekt.

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Leonard, der Vater hat(te) ein Haus in Brandenburg, ein 1. jähriges Kind und offensichtlich eine (Ex-) Frau. Während er in Miami während Wochen auf jagt geht sitzt die Mama zuhause, den Bauch und Körper noch am erholen von der Schwangerschaft und 7×24 Aufopferung für das Kind. Alle wissen wie fordernd die ersten Monate sind. …und dieser armselige Vater fährt nach Miami um gleich in der ersten Sendung klar zu machen, dass er die nächste schwängern will.

Die Maedchen/Damen
Alle zwischen 20 und 27, straffe Körper und verblendet von den Scheinwerfern der Kameras. Keine hinterfragt sich was dieser Mann denn da tut sondern buhlen um ihn. Nur eine einzige Dame hat klar gemacht, dass sie keine Familie will. Was ist das für ein Mann der offensichtlich sein Baby alleine lässt? Welche Frau möchte einen solchen Mann? Und wie beleidigend sind die High Heels und Cocktail Kleider für alle frischen Mütter.

RTL / Unsere Gesellschaft
Vaeter kommen in Mode. Das ist kein Zufall, dass hier ein junger Papa im TV ist. Die Frage ist, wo fängt die Verantwortung an und wo hört sie auf? Ich empfinde es als Affront einen solchen Mann als Bachelor auszuwählen. Ganz egal was die Geschichte dahinter ist, junge Vaeter gehören zu Ihren Babies und nicht in Kuppelshows.

Vater zu werden, das Beste was ich in meinem Leben gemacht habe #Kinder #Weihnachten #4Advent

18. Dezember 2015

Kinder! Die Welt mit Kinderaugen sehen.
Legt Eure Laptops zur Seite. Get heim zu Euren Liebsten und geniesst die magische Weihnachtszeit. Am Sonntag ist 4 Advent, 6x schlafen und das Christkind ist da.

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An Tagen wie heute…, mein Sohn fährt singend auf dem skateboard durch die Whg

20. November 2015

Vor 6 Jahren habe ich meinen gutbezahlten Job aufgegeben und bin Hausmann geworden.
Hätte ich die Karriere weiter gemacht, wäre ich heute ein reicher Mann.
Es kam anders …Scheidung, startups und ein stetiges investieren in meine Visionen.
An Tagen wie heute…, mein Sohn fährt singend auf dem skateboard durch die Wohnung. Wir haben gespielt, Hausaufgaben gemacht und den Nachmittag zusammen verbracht …was könnte mich abhalten, das aufgrund von einem Vollzeitjob nicht erleben zu dürfen? Welchen Geldwert haben Wochentage wie diese?
Es braucht Mut und Kraft ….aber es lohnt sich.
Seid mutig da draussen … das Leben hat so vieles für uns bereit.
Es ist möglich, Job und Familie!
#Teilzeitkarriere
Www.teilzeitkarriere.ch

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Zutaten: 1 Schnürsenkel und Zeit @Teilzeitmann

11. Oktober 2015

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Durch Kinderaugen Kunst erleben

9. Oktober 2015

Wer sagt, Museumsbesuche sind langweilig für Kinder?
Diese Kunstinstallation ist explizit begeh- und erlebbar. Kids sind begeistert, vergessen alles und (er-)leben die Kunst. Herrlich gelungener Teilzeitmann-Freitag-Nachmittag.

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Segegal – eine einzige Übung in Demut #Reisebericht #Abenteuerreise #änderedieWelt

4. August 2015

Wieder zuhause, von…

Elend, Müllhalde, Diamanten, Krankheit, Migrossäckli, Beton und Perspektiven. 

Ich bin tief erschüttert und musste aufgeben.

Es ist mehr eine Anklageschrift als Reisebericht geworden.


Beitrag hier

Ich liebe es, Vater zu sein. #Alltag #kochen @Teilzeitmann

29. Mai 2015

…sprudelnde Erzählungen nach der Schule, Faszination für fast alles, leuchtende Kinderaugen wegen Kleinigkeiten…

…kochen, lachen, spielen, Hausaufgaben. Der Alltag mit Kindern befriedigt mich. Macht mich sehr sehr glücklich.

Milieus – in der Natur oder im Kino am Samstag Nachmittag?

9. Mai 2015

Spannend, …wegen einer OP bin ich dermaßen geschwächt, zudem regnet es. = Kino
Spannend zu sehen, wer so einen Samstag Nachmittag im Kino verbringt.
Normalerweise sind wir am Berg, Natur oder unternehmen etwas. …logischerweise mit ebensolchen Menschen herum.
Im Kino ist die Übergewicht, proletenhafte Sprache und Benehmen sowie Konsumlust unübersehbar.
Ja nu, wir sind hier und zelebrieren den Kinobesuch halt auch 🙂

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