IRAN

Entwicklungsland oder DIE Industrienation in Nahost?iran

…von Lügen, High Heels, Unwissen, Palästen, unterdrückten Frauen, Nasen und Oasen, Hyperinflation, Zensur und VIP…und warum Iran im Vorgarten der EU sitzt.

Reisen bildet. So hat sich mein von den Medien geprägtes Bild gewandelt. Iran ist relativ einfach zu bereisen und ist ein stabiles funktionierendes Land – es wird mit seinen 75Mio Einwohnern unterschätzt. Andererseits haben der ehemalige Premier (Brandreden vor der UNO) sowie der Schah und eine diktatorische Elite nach der Revolution 1978 dazu beigetragen, dass dieses Land wenig bekömmlich ist. Dies sowohl zum bereisen, aus Frauenperspektive sowie dem Benehmen auf der Weltbühne. Es ist zu hoffen, dass der Iran einen Wandel ohne Revolution schafft und sich zu dem Land entwickelt, dass es in Wirklichkeit sein mag: Die Industrienation in Nahost.

Diktatur lässt be-grüssen

Da Austrian den Flug von Wien nach Teheran kurzfristig gecancelt hat (die Hamas hat an diesem Abend den Flughafen von Tel Aviv beschossen) hatte ich in Wien bei der wundervollen Claudia Uth (dade-Design PR Frau) einen ungeplanten Stopp over. Weiter ging’s via Istanbul nach Teheran. Im Flieger etwa 100 Frauen. …2 davon trugen Kopftuch. Kaum waren wir gelandet, holten alle Frauen einen Umhang und Kopftuch hervor und stiegen verschleiert aus dem Flugzeug. Freiwillig wäre anders…

Dass Iran eine totalitäre Diktatur ist, wird einem gleich bei der Einreise bewusst. …VISA bekommt man fuer 60 Euro problemlos (Visa on arrival), setzt sich aber einer massiven Willkür der Beamten aus. Nach über 30 Stunden auf der Reise um 4 Uhr in der Nacht gar nicht so einfach… (Bei der Abreise war es dann 180grad anders 🙂 …siehe weiter unten)

Ich habe noch nie ein so verschlossenes Land bereist. Als Tourist ist man Exot, wird nicht beachtet und auch nicht ständig angesprochen. Das liegt sicher auch daran, dass fast niemand english spricht. Es gibt auch fast keine Hotels und Touristen sieht man keine. Andererseits spürt man, dass dieser Staat mit eiserner Hand geführt wird. (Angst vor Regelverstoessen ist omnipräsent) …einen Schwarzhandel von Alkohol, westlichen Konsumgütern, Drogen oder Prostitution sieht man nicht. (Es gibt ihn aber… anscheinend hat Iran 200’000 Alkoholabhängige), Facebook, Twitter und mein Blogzugang (dazu später mehr) sind gesperrt. Massenansammlungen werden systematisch verhindert. (Zb kein Public viewing vom WM Final, …nicht mal in der Hotel Lobby… nungut, das Spiel war ja eh schlecht).

Wer sind wohl die Iranerinnen?

Man sieht viele Frauen auf der Strasse (immer verschleiert), und sogar in Restaurants essen Frauen nach Sonnenuntergang alleine. (Es ist gerade Ramadan). 20140718-083431-30871760.jpgFrauen lachen, zeigen Gefühle in der Öffentlichkeit und hin und wieder sogar ein Blickkontakt … junge Frauen haben Smartphones und in Esfahan fahren sie „sogar“ Auto. …andererseits sitzen Frauen im Restaurant separat, der Mann bestimmt, bestellt, bezahlt und benimmt sich totalitär. (Wie ein richtiger Ernaehrer :-)) Im generellen Eindruck werden Frauen respektvoll aber nicht zuvorkommend behandelt. …im Strassenverkauf sowieso. (Die Frau kauft ein). tiefer jedoch blickt man nicht, alles ist und bleibt verschlossen. (Was das Reisen nicht unbedingt zum Genuss macht)

Breitschultrig

Alleine in den ersten 2 Tagen habe ich 2 Massenschlägereien gesehen, …doch Polizei ist nicht zu gegen. Diese beschäftigt sich primär mit der Regelung vom enormen Verkehrschaos in der 12 Mio City Teheran. Iraner wirken sehr selbstbewusst und autoritär. …als „Westler“ irritiert das oft. Man(n) muss einstehen, dass man etwas bekommt. Höflich fragen nützt hier gar nichts…

Nix mit McDonalds und Nivea in Teheran

Teheran ist eine solide laute funktionierende saubere (bis auf die Abgase) grosse Stadt. Armut sieht man wenig. Wie in Cuba fehlt auch im Iran fast sämtlicher westlicher (Werbe-) Einfluss. …ausser Peugeot (fahren hier fast alle), Bosch (Werkzeuge), LG und Samsung und hin oder wieder ein Pepsi in einem Regal von einem Restaurant ist hier der Westen ausgeschlossen… Dennoch fehlt es hier an nichts.
Erwartet habe ich mir auch üppiges und Reichtum zu sehen. Das ist absolut nicht der Fall. …kein Gebäude glänz … Kein Mercedes auf der Strasse, keine Rolexshops. Ganz im Gegenteil, Iran wirkt an der Armutsgrenze … Insb wird den Leuten mit der Rezession und Hyperinflation (siehe nachfolgend) alles genommen.

Luxusproblemchen Gleichstellung

In Iran wird einem bewusst, was Frauen in der westlichen Welt mit ihrem Gleistellungskampf geschafft haben. …diesbezüglich ist der nahe Osten noch meilenweit entfernt. Dieser Kampf muss hier erst geführt werden, insb da die Männer und die geistigen Führer (Islam) hier absolut nicht erkennen, dass jeder Mensch die gleichen Rechte hat, ganz egal welches Geschlecht, Rasse oder Religion dieser Mensch hat.
…andererseits öffnet eine Reise in einem solchen Land auch die Augen, dass zuhause die Gleichstellung zum Luxusproblemchen geworden ist. De facto herrscht Gleichstellung und eigentlich müsste Feminismus und Maennerpolitik neu erfunden und definiert werden. #gemeinsam … Auch der #Teilzeitmann gehört zu diesem Luxusproblemchen.

Frieden und Krieg

Reisen im Iran ist sicher. …weder um Mitternacht alleine auf einer dunklen Strasse noch am Land… Als Tourist wird man in Ruhe gelassen. …Polizei ist praktisch nicht sichtbar bis auf ein paar harmlose Checkpoints auf dem Land. Iran ist im inneren friedlich und hatte eigentlich keine Kriege. Eine Ausnahme war der Iran/Irak Krieg (1980-88) …südlich von Teheran liegen 200’000 junge Männer begraben. Absolut beklemmend das zu sehen… Krieg kann nie die Lösung sein.DSC03776

450 km ueber Land in einem „VIP Bus“ zu reisen dauert 7 Std. (Zug sogar eine ganze Nacht). Iran besteht vorwiegend aus Wüste/Steppe und teilweise sehr hohen Bergen. Das Land ist kaum besiedelt, die wenigen Städte sind trostlose Ansammlungen von ein- oder zweigeschossigen Ziegelhäusern.

Die Amerikaner haben einen an der Waffel

Es ist so schwer vorstellbar, was Amerika in dieser Region zu suchen hat. Hier gibt es nichts, …und nicht mal Öl (Iran ist netto-Importeur; Preis an der Tankstelle fuer 1 Liter: 20cent). Auch das Volk hat bei weitem keine globalen Ansprüche, ganz im Gegenteil. …ausser der gebildeten Elite in Teheran hat hier kein Mensch eine Ahnung, geschweige denn eine Ambition global zu agieren. Die radikalen Muslime in den Moscheen und der übereifrige ehemalige Staatspraesident sehen das vermutlich einwenig anders:-) … Das einzige was man spürt ist, dass Iraner sehr stolze Menschen sind und ernst genommen werden wollen (Wer nicht?) mit einen Land das der Bevölkerung von Deutschland fast entspricht…dass man in den unwissend-überheblichen Amerikanern ein Feindbild sieht ist nicht verwunderlich. Dies insbesondere, da die USA hinter Israel stehen und Israel Iran offen mit der Atombombe und Langstreckenraketen bedroht. (Vice versa wird ja gerade in Wien verhandelt… Dass diese Bevormundung durch Amerika die stolzen Iraner massiv im Selbstbewusstsein trifft, wird mir nun verständlich). …ich wage die kühne Vermutung, dass es längst nicht mehr um das Atomprogramm geht. (Wobei der Iran tatsächlich ein Energieproblem hat, das es zu lösen gilt.)

Was Dubai, Saudi, Bahrein, Doha & co mit Geld und westlichem Konsum-, Finanz- und Investitionseinfluss erreicht, macht Iran mit Provokation. = gesehen und ernst genommen werden auf der Weltbühne ist mE das Thema.USA (640x480)

Wie aussichtslos und im Endeffekt 100% deppert ein Krieg der Amerikaner in Afghanistan und Irak war, kann man auch im Iran erkennen. …in dieser riesigen endlosen Steppenlandschaft Taliban zu jagen ist dumm und muss scheitern. …was jedoch erstaunlich ist, ist der Umstand dass diese Organisation (sofern sie es denn war), solch abscheulichen und hochkomplexen Terrorakte durchführen konnte. …hier auf dem Land können 99% maximal ein Nokia drückphone bedienen. …es lässt den Verdacht aufkommen, dass da eine andere Organisation am Werk ist….die nicht aus Berghoehlen heraus operiert. (Höchstens dort einen radikal islamischen Ursprung hat).

Schlussendlich haben die Amerikaner auch in dieser Region mit 3 Kriegen unsägliches Leid angerichtet und haben hier absolut nichts verloren. …dass John Kerry einen iranischen Schwiegersohn hat, passt in dieses katastrophale Bild.

Kollektives fasten

Ramadan bedeutet; es gibt nichts zu trinken und essen bis die Sonne untergegangen ist. …alle Restaurants haben geschlossen. Zwar ist man als Ausländer nicht verpflichtet sich daran zu halten, zu essen gibt es trotzdem nichts und nirgendwo. Sich gemütlich in ein Kaffee zu setzen und Tee zu trinken ist Fehlanzeige. …Wasser nimmt man im verborgenen zu sich und durch den Tag kann man sich mit Brot, Crackers und Früchten durchschlagen. Es ist eine spezielle, aber keine schlechte Erfahrung. Da das Kollektiv fastetet, ist man automatisch Teil davon. …und sich dann gemeinsam um 20.40 Uhr den Bauch vollzuschlagen hat auch etwas:-)

High HeelsHighHeels (640x480)

Alkohol gibt es nirgendwo. …ein kühles Beer wenn die Sonne bei 40 Grad untergeht wäre schon schön… Gibt es aber nicht und man getraut sich nicht mal im Ansatz auf dem Schwarzmarkt eines zu besorgen.
…man hört jedoch oft, dass in Iran heftige Parties steigen… Mit unverschleierten Frauen, Alkohol und westlicher Musik. … Nun, eine Idee davon habe ich im Armenia Club bekommen. …eine unscheinbare Türe, ein Portier… 5 Wörter english und ich war drin. Mitten in Tehran ein uneinsichtiger Garten. …die Frauen trugen sexy Sommerkleider, High Heels, und aus den Handtaschen (der Frauen) kamen Whiskey Flaschen (den die Männer ausschenkten). …diese Parallelwelt zu sehen ist faszinierend und schizophren. Was man daraus ablesen kann; Frauen wollen frei sein und sich ungenormt kleiden …und das Volk braucht Drogen 🙂

Lonely Planet

In knapp einer Woche habe ich nicht mehr als eine handvoll Touristen gesehen. …manchmal ist es unheimlich -alleine zu reisen, kein Wort verstehen, lesen und hören zu können. Komplett alleine zu sein. Mitten in der Wüste mit 20 Männern zu sitzen ….und hoffen, es passiert nichts. …Pass und Geld immer im total verschwitzten Moneybelt 18 Std am Tag am Körper zu tragen. (Kreditkarten funktionieren hier nicht; ohne Geld und Pass muss das hier zur Hölle werden.)
…andererseits brauche ich solche Auszeiten. Sie bringen mich ganz tief zu mir selber. Zu meinem innersten. Die teilweise grossen Alltagssorgen in meinem Leben in den startups gehen vergessen. Vieles relativiert sich und die meine „Digitalen-Auszeiten“ im Sommer und Winter sind absolut notwendig. (Handy bleibt immer zuhause)
Ich bin so stolz Vater zu sein …und ich bin stolz darauf, dass ich durch die Scheidung in der ich alles verloren habe, stark aber nicht hart geworden und meinen weg mutig weiter gegangen bin. Was man mir nehmen kann ist meine Freiheit und mein Sohn, alles andere ist belanglos. Ich bin froh, kann ich mein Leben ohne materielle und finanzielle Zwänge leben. Ich kann tun und lassen was ich will. Ich bin frei. Geld und Besitz als Messinstrument von Erfolg ist einfach nur sinnlos.

1001 Nacht20140718-075507-28507352.jpg

Wahnsinn. …ich habe mich in einem Palast ähnlichen Hotel Abbasi Esfahan einquartiert. Im riesigen Innenhof der einer paradiesischen Oase gleicht, hat es Platz fuer über tausend Leute. …ich habe den Kellner überredet, in der Ecke bei den einheimischen Tagesgaesten vom Buffet zu essen. Ich sitze inmitten von hunderten Iranern. …ich glaube, die vereinzelten Männer führen Ihre Harems aus 🙂
An jeder Tafel sitzen 12 Frauen. (Der dazugehörige Mann separat). Auf mir kleben dutzende Augen verschleierter Frauen. Auf Kommando, 20.40 Uhr, ist der Ramadan fuer heute zu Ende und alle stürmen das Buffet. Wahnsinn… Die Iraner essen neben Kebab und Salat viele Linsen und Lorbeer-Blaetter Gerichte.

Wenn wir wüssten: Was Freiheit bedeutet

Es ist traurig bis beschämend, welche Rolle den Frauen hier zu Teil wird. Ich bin in Rage. Habe genug von diesem Land, dieser Unterdrückung und diesem sinnlosen Regime. Meine Wut verstärkt die Tatsache, dass der Zugang zu meinem Blog nach meinem ersten Blogpost von den Iranern gesperrt wurde. Wahnsinn… Wie in Israel scheint auch der Iran im Netz systematisch nach Systemkritikern zu suchen. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie sich das anfühlt, wenn man zensuriert wird, wenn Facebook Twitter CNN WordPress und Co gesperrt sind. Ich fühle mich in diesem riesigen Land eingesperrt. …in 2 Tagen sitze ich wieder im Flugzeug, doch die Menschen hier können das nicht. Ihnen wird ein Visa verweigert, sie sind quasi gefangene im eigenen Land. …und als Potenz davon sind Frauen doppelt gefangen… Im Land und beim Mann.

Ein kleiner Ausflug 🙂

Dass mir zu den Atomanlagen in Natanz kein Zutritt gewährt wird, war klar. Darum wollte ich die grösste Industriefläche in Zobahan besuchen. Nachdem der Taxifahrer nach 30 min Verhandeln entgeistert aufgegeben hat(12 Euro), ging es los ins 50km entfernte Industrie-Gebiet. Bei einem kurzen Stopp wurde ich vom Taxifahrer mit Glace, alkoholfreiem Beer und Krackern versorgt (den Ramadan nehmen nicht alle gleich ernst). Bei einem riesigen Portal war dann Ende; die Polizei war total entsetzt, was ein Tourist hier zu suchen hat. … Das Gebiet habe ich nicht gesehen, auf der Gegenfahrbahn kamen mir jedoch hunderte Busse voll mit Werksarbeitern entgegen. Zum Schichtwechsel werden diese wohl von den umliegenden Städten zu Tausenden in die Fabriken gefahren.

Ein Geldwechsler (die grossen Profiteure der Inflation… sein Sohn studiert an der ETH in Zürich) erklärte mir später, dass Iran eine massive Produktion hat und via Aserbeitschan und die Türkei in die ganze Welt liefert. (Daher auch der Energiehunger). Das Finanzembargo der USA ist de facto unwirksam (ausser dass keine Kreditkarte und Bankomat hier funktioniert), denn jede iranische Firma hat in den Nachbarländern eine Schattenfirma über die operiert wird. Importe erfolgen via die Türkei (vgl zB die ganzen Peugeots) und die Iraner hoffen (zu recht), dass die Türkei bald Mitglied der EU wird. Merke: Iran ist ein Industrie- und kein Erdöl-Land. …und bald ganz nah an unserem Wirtschaftsraum.

Unsere Grosseltern erinnern sich noch daran: Hyper-Inflation

In den letzten Jahren hatte Iran eine Hyperinflation. Verglichen mit den Wechselkursen aus dem Lonely Planet 2012 bekommet man heute rund 3x mehr Rials!!! …100 Euro sind derzeit rund 4,2 Mio Rials !

Auf der Bank bekommt man ca 20% Zinsen, doch das reicht nicht aus. Wer Rials hat, wird arm … Der Staat verbietet Banken Fremdwährungen zu wechseln. Daher gibt es ein engmaschiges Netz von Einzelpersonen die auf der Strasse Geld wechseln. …nicht selten haben diese Säckeweise Geld und 100’000 Dollar dabei. …sobald man Rials hat, muss man diese von der Bank beheben und in Dollar tauschen damit man später auch etwas davon kaufen kann. De facto wurden alles Sparer enteignet und sind arm. Alle Schuldner jedoch wurden von ihren Schulden befreit. Glücklich, wer sich zB ein Haus mit Krediten gekauft hat. Diese Leute sind heute sehr sehr reich.

Oasen

In diesen unglaublichen dürren Weiten tauchen immer wieder Oasen auf. Diese sind künstlich geschaffen. Das geht so:
Findet man Grundwasser zB in 20 Metern Tiefe, so wird von dort ein endlos langer Stollen gegraben der immer ein leichtes Gefälle hat. …sobald im Gebiet eine tiefer liegende Stelle gefunden wird, kann das Wasser austreten. Durch diese Tunnels wird ein riesiges Gebiet unterirdisch bewässert. Eine Oase entsteht.
Keel Adventure Tours bei der HeimreiseAndy3 (640x427)

Der Austrian Flug geht um 4 Uhr in der Nacht… In Teheran angekommen bin ich zu Mittag. …was tun? Zuerst habe ich mich zum nationalen Sportzentrum fahren lassen. Der Wachmann schaut entgeistert; ich will trainieren. …nungut, ich war drin… Ein riesiger Komplex und überall Spitzensportler. Nach 30min habe ich dann das Gym gefunden… Die anwesende Wasserball Nationalmannschaft (wowooww waren das Muskelberge…) hatte dermassen Freude an meinem erscheinen, sodass ich in mitten von denen trainiert habe. 🙂 …schlussendlich war ich 10 Std vor Abflug am Flughafen, mitten in der Wüste, kein Hotel, nichts… In 500 Meter Entfernung habe ich ein golglänzendes Gebäude ausgemacht und bin dort hin spaziert. CIP-comercial important persons. Wie ich da mit meinen Flipflops und Seemanntasche im Eingang gestanden bin… Ein Bild für die Götter. …es handelt sich um eine Firstclass Suite (betrieben von Emirates). …nungut… Ich habe für 40 Dollar eine Suite bekommen, all inclusive essen, ein Zöllner der zu mir aufs Zimmer kam um den Pass zu bringen… Und 20min vor Abflug direkt ans Flugzeug gefahren. ….Adventure Tours eben 🙂

Reisetipps
– Niemals einen Iraner fragen was er an der Nase hat (Schönheits O

– App „Open door“ runter laden, dann funktioniert auch Facebook und Co.

– Daumen nach oben=du Arsch … Wenn etwas gut ist, anders zeigen
– Immer klare Ansagen machen. Zielort ggf von einer Person in Farsi schreiben lassen. (Taxifahrer können nicht einmal die englischen Zahlen)
– Iran zu zweit bereisen. Individuell besser als in einer Tour.
– Als Frau alleine ist Iran ein nogo
– sehr günstige Inlandflüge (20-30 Dollar)
– absolut bestechendes Busnetz
– Angaben und Uhrzeiten sind verlässlich
– Ramadan Zeit beachten, sich darauf einstellen wenn man im Ramadan fährt
– Visa on arrival absolut kein Problem. 60 Euro (keine Passfotos, keine Versicherungen, etc)
– Esfahan ist ein Must (Moscheen dort anschauen)
– Teheran ist eine grosse Enttäuschung. Keine Sehenswürdigkeiten. Keine Unterhaltung, mässiges Shopping
– Kashan ok (mal ein kleiner Ort anschauen), Manoucheri House ist der Knüller
– Tabriz ok
– wichtig; Cash ist King… Dollar oder Euro mitnehmen

Tepppich (427x640) Moschee2 (640x480) Miro in Tehran (480x640)

Fazit
Iran ist voller Überraschungen … Spannend & faszinierend
Andererseits fehlt in diesem gänzlich die Lockerheit. Alles ist reglementiert und Spass gibt es hier als Ausländer keinen. Das liegt an der Kultur, der Frauenfeindlichkeit, dem Alkohol- und Versammlungsverbot sowie den nicht vorhandenen Fremdsprachenkenntnissen. De facto gibt es für Touristen keine Infrastruktur und man ist mehr geduldet als willkommen. Wer sich eine Reise überlegt, sollte sich das gründlich überlegen.

Wie es dazu kam: Iran statt Irak

Vom 11-20 Juli 2014 hatte ich eine Reise in den Irak geplant mit einem Direktflug mit Germania von München nach Erbil.

Am 7.7.2014 präsentiert sich die Lage unübersichtlich. Es sind keine Reiseführer vorhanden, spärliche Reiseblogs und Twitter-Nachrichten.

Die ISIS Truppen scheinen laut Twitter auch in die Gebiete der Kurden eingedrungen zu sein und stehen zwischen Mosul (in Hand der ISISI) und Erbil … was konkret bedeutet – innerhalb 1 Stunde Fahrdistanz. Auch in Israel ist die Lage prekär.
In a nutshell: Ich habe beschlossen, den Trip zu canceln und stattdessen eine Reise in den Iran zu machen.

 

7 Antworten to “IRAN”

  1. Iran statt Irak – Die Reise geht los #Reiseblog #Iran #Irak #Therean #Visa | www.papa-blog.com Says:

    […] Hier geht’s zum Reiseblog […]

  2. Frauen scheinen tatsächlich unterdrückt zu sein #iran #reisebericht #teheran #visa | www.papa-blog.com Says:

    […] Hier gehts zum Reisebericht. […]

  3. anita Says:

    Toller Bericht! Bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung! Gute Reise! !

  4. Alena Says:

    Interessant, welch komplett andere Erfahrungen du in diesem Land gemacht hast. Als wir im letzten Juni kurz vor den Wahlen den Iran (nicht jedoch Teheran) während 30 Tagen bereist haben, hat es uns fast aus den Socken gehauen. Während der nun fast 2-jährigen Weltreise haben wir nirgends eine solch unglaubliche Gastfreundschaft erfahren. Das war der Wahnsinn! Schon wenige Minuten nach dem Grenzübertritt im Nordwesten haben wir eine Einladung zum Übernachten nach Hause erhalten. Das ging die ganze Zeit so weiter: wir wurden zu Essen und zu Picknicks eingeladen, wir haben Essen erhalten (teils während dem Fahrradfahren aus den fahrenden Autos) und wenn wir ein Problem hatten eilten zig Leute zu Hilfe. Jung und Alt hat uns auf der Strasse angesprochen (auch Frauen) und uns in ihrem Land willkommen geheissen. Die Iraner wissen, welch negatives Bild der Westen von den Einwohnern hat. Viele Menschen haben uns gebeten: “Bitte sagt den Leuten zu Hause, dass wir keine Terroristen sind”. Das geht unter die Haut und macht traurig.
    Es stimmt absolut was du schreibst, das Regime ist eine Katastrophe und die Leute leiden extrem darunter. Im Vergleich mit der Türkei empfanden wir aber die Frauen im Iran als einiges selbstbewusster und gebildeter. Viele Junge haben ganz gut Englisch gesprochen und man sieht Frauen Autos und sogar Busse fahren. Beides war in der Türkei (auf dem Land) nicht der Fall, die Frauen sind zu Hause. Wir haben ausserdem beobachtet, dass viele Frauen die Grenzen ausreizen, d.h. sie schieben das Kopftuch so weit nach hinten wie es nur geht.
    Wir haben uns in diesem Land sehr sicher gefühlt und ich würde auch als Frau alleine hinreisen. Eine gute Freundin hat dies gemacht (ebenfalls mit dem Fahrrad) und sie war auch absolut begeistert. Alle anderen Iranreisenden, die wir getroffen haben, teilen unsere Erfahrungen und zählen es als eines der Highlights ihrer Reisen. Ich bin überrascht, dass du dies so anders erlebt hast. Von mir gibt es eine absolute Reiseempfehlung! Es ist aber sehr wichtig, zwischen dem Regime und den Bewohnern streng zu unterscheiden. Das Thema mit der Frauenrolle in der Gesellschaft gibt es leider fast überall auf der Welt, auch in vielen westlichen Ländern.
    Ich freue mich auf einen persönlichen Erfahrungsaustausch! 🙂

  5. Franziska Müller Tibeirni Says:

    Hallo Andy Herzlichen Dank für den tollen Bericht. Klingt gut – na als Frau muss ich vermtulich mir mal selber ein Bild machen.
    herzlich Franziska

  6. Adrian Says:

    Hey Andy! Danke für diesen wertvollen und inspirierenden Blog. “Wenn man sein eigenes Land kennen lernen will, muss man zuerst fremde Länder bereisen.” Deine Erfahrungen im Iran zeigt das deutlich. Bis bald.

  7. Silvio Says:

    Ein lesenswerter Blogbeitrag über ein spannendes und bezauberndes Land. Ich konnte viele ähnlice Erfahrungen machen als ich im Iran war. Nur das mit der sichtbaren Polizei hatte ich in Teheran anders wahrgenommen. Dort stand gefühlt an jeder Kreuzung ein Polizeiauto. Aber die haben sich nicht für uns interessiert.

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