Israel

Israelische Haus-Terroristen und Palästinensische-Opfer

Israel lässt sich nicht in 2-3 tweets zusammenfassen. Das Land ist so unglaublich vielschichtig, 2 Sprachen (Hebro und Arabisch), 3 Religionen (christlich, Moslem, jüdisch) und x verschiedene Herkunften (Israel, Palästina, Araber, zugewanderte Juden).

Allgegenwaertig sind hundertausende schwer bewaffnete Teenager der Armee, eine unglaubliche Mauer um die Palestinaenser einzusperren, eine deprimierende Repression gegen alle Minderheiten (inkl Christen), ein Polizeistaat der alles überwacht. (eine Seife aus Nablus, ein I Love Palaestina Armband und das offizielle Statement, dass ich in den Gebieten war, waren in Summe zuviel für die Autorität gehorchenden Israelis) (…wir haben ja nur Befehle ausgeführt). Nun gut, ich bin wieder zuhause….

Es bleibt ein schaler Beigeschmack dieser Reise hängen. Eigentlich wäre hier alles angerichtet für ein fruchtbares Paradies am Mittelmeer. Israel versäumt es selber, sich neu zu erfinden und schürt statt dessen ein Äusseres erlogenes Fremdbild der Bedrohung um in die Gunst der Amerikaner und Europäer zu bekommen. Es ist an der Zeit, aufzustehen und hinzuschauen und Israel zu einem neuen Weg zu bewegen. Nicht mit Sanktion, Subvention oder Repression, nein – zb durch Eingrenzung. Warum nicht Israel in die EU aufnehmen? Meine Bewunderung gilt den Menschen, die jeden Tag ihr Bestes aus der Situation machen und Schritt für Schritt zum Frieden schreiten.

Please Peace – Schalom

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Tel Aviv,
seit Jahren nicht mehr allein, ohne Gepäck, auf eine backpacker Abenteuer Reise. (früher: einige)

Packliste:
Am Körper: Shirt, kurze Hose, uHose, flipflops
In der Seemanntasche: Jeans (für den Flieger und Kirchen, sonst komplett überflüssig), 2 Shirts, 1 u Hose, melodica, Blues harp, suncream, kugelschreiber, Pass, 2 Kreditkarten, Kondome, zahnbuerste, deo, Laufschuhe, Badehose, ipad, grosse Kamera.

Herrlich so zu reisen. Nach unzähligen Trips mit Kids, von Wagen bis Windel , 35 Shirts und 53nuschis, Hasen, Bagger und Spielzeug. Nicht, das ich das verteufeln würde – aber ein Weekend tripp mit 2x25kg Koffern ist einfach: anstrengend

Am Flughafen in Tel Aviv bereits die erste persönliche Sprechstunde beim Zollbeamten: Ja ich reise ohne Gepäck und Ziel und Ja, ich reise auch nach Palästina. Nun gut, mir wurde Einlass geboten ins heilige Land.

Ich hatte einen fantastischen Abend in Tel Aviv. Beim planlosen herumspazieren sah ich eine lustige Bar, Kaffee … Beim genaueren Hinschauen sah ich dann gute Weine – ich bestellte eine sauvignon blanc – er war fantastisch. (es entstand an dem Abend auch der SBB Blues auf meiner Melodica). Irgend wann bekam ich hunger und bestellte „einfach etwas“ (Karte konnte ich nicht lesen), fantastisch!!!! (es stellte sich 3 Std später heraus, dass das Restaurant gerade von Newsweek zu den besten 100 Restaurants der Welt gewählt worden ist). Nun gut, der Wirt und 2 Gäste fassten ihr Leben dann (nach x Flaschen Wein und 2 Gin Tonic Runden) in einem Wort zusammen: UNCERTAIN

…das macht den Reiz von diesem Land ISRAEL aus. Seit 60 Jahren im Krieg, bedroht, verfolgt, selber verfolgend und tötend, Gewalt, Terror – Krieg. Es zwingt die Menschen im hier und jetzt zu leben. Denn was morgen ist, ist unklar und unsicher (UNCERTAIN) – also lieber im Heute leben. Nicht masslos und unvernünftig (den meisten fehlt sowieso das Geld dazu) sondern mehr im Gefühl und auch mit Mut.

Erstaunlich, ich habe noch niemanden getroffen der für Gewalt ist. Alle wünschen sich Frieden. Doch – so sehr alle von Frieden reden, so sehr reden auch alle von sich. Die Juden, Moslem und Christen – die Israeli, Palästinenser und Araber (in einer Matrix zu verstehen, nicht kausal – also zB Araber = Moslem). Es erinnert mich an Abende unter Bankern in der Zuercher Almodo Bar; alle reden von sich. (Karriere, Stress, Immobilien, Autos, …) Vielleicht ein unpassender Vergleich (hier geht’s um Leben), doch nur von sich zu reden bringt keinen Frieden. Weder für die Seele noch unter Religionen und Gebieten.

Die Hand reichen, eine Schritt gehen, den eigenen Status quo einwenig aufgeben… Das bräuchten die Menschen hier. (und dort?)

Nazareth: ich sitze direk hinter der Wasserstelle, wo der Erzengel Gabriel Maria erschienen ist und trinke Coke Zero. Strange ist hier, dass 80′ Moslems auf 20′ Christen treffen. (keine Juden, obwohl Israel Territorium). Hier, wo Maria und Josef gelebt haben. Zwar sind die Gassen romantisch und schön, die Stadt selber vergleichbar hässlich wie Aarau oder Linz. Zum ersten Mal ist der religiöse Konflikt sichtbar. Vor der Moschee prangt ein Plakat, dass nur der Islam gilt und alle anderen Looser sein werden. Provokation.

Andererseits rennen hier christliche Pilger in unmöglicher Aufmachung mit Kreuzen herum und trampeln durch die moslemischen Gassen (es ist Ramadan) als würden diese ihnen gehören weil Jesus angeblich hier war. Es fehlt auf beiden Seiten der Respekt…

Ich bin mit dem Bike 60km dem Fluss Jordan und See Genezareth (Taufe Jesus) entlang der Grenze zu Jordanien gefahren. Schlussendlich sogar hoch bis zur Syrischen Grenze und den ersten üppigen Hügeln vom Golan. Heute habe ich im tagesanzeiger online gelesen, dass die Israeli die Koffer packen und Noteinkaeufe machen. Das ist natuerlich Quatsch und Propaganda (woher???). Jedenfalls gibt es dort auch ein Foto von Panzern und Raketen auf dem Golan. Die mögen wohl auch dort sein, (in der Linthebene stehen auch Boden- Luft Raketen der Schweizer Armee), gesehen habe ich jedenfalls nicht einen Hauch von Militär.

Die Vorstellung jedoch, dass ein paar Kilometer weiter Leute im Krieg stehen und sterben, bedrückt. Zumal ich mich da mit einer unsinnigen belustigungs Biketour noch herumquäle bei 40 Grad im Schatten. Nun gut – klingt aufregend, war’s aber nicht. Krieg findet hier keiner statt.

Übrigens – die Sill oder der Rheintaler Binnenkanal sind im Gegensatz zum Jordan ein reissende Flüsse 🙂 … Kaum zu glauben, dass so ein tuempel von Fluss eine so zentrale Rolle in der Geschichte einnimmt. Süsswasser in diesen dürren Steppenhügeln ist und war sicher wichtig. Bis heute (um Bananenplantagenzu bewässern). Die Spassgesellschaft macht aber aus dem See eine Motorboot und Abfall Hölle. Für alle, die in AT oder CH wieder einmal das Gefühl haben, Umweltschutz zu forcieren – das ist einfach: lächerlich


Thankfullness – Dieses Wort habe ich heute den ganzen Tag im Kopf. Wieso? Woher kommt dieses Wort auf einmal? Es ist klar, was es bedeutet. was bedeutet es für mich?
Dankbar zu sein, dass ich einen wundervollen Sohn und zwei Stiefkinder habe.
Ja
Dankbar zu sein, dass ich gesund bin
Ja
Dankbar zu sein, dass ich (m)eine grosse Liebe in meinem Leben schon einmal gefunden habe und erfahren durfte?
Ja
Dankbar zu sein, dass ich beim Fallen und Scheitern immer auf die Füsse falle?
Ja
Dankbar zu sein, genügend Geld zu haben, um solche Reisen einfach (ohne Budget) machen zu können. (bin grad in Akko in einem wunderschönen Hotel in der Stadtmauer (Marco Polo und Napoloen waren hier)
Ja
Dankbar zu sein, dass mich mein Mut und Tatendrang nicht hat sterben oder zumindest scheitern lassen?
Ja
… Ich tue mir gerade so schwer, das alles in mir wie eine Blüte von einer Blume aufgehen zu lassen. Ich suhle mich als gescheiteter Ehemann, der die Kinder nur noch 2-4 Tage pro Woche sieht, der ein wunderschönes Haus verlassen hat, der alles Ersparte investiert, geparkt und verloren hat.

99 %der Weltbevölkerung lebt nicht in diesem Reichtum wie ich…

Thankfullness

Die ganze Berichterstattung über Israel, insb der Amerikaner, hat mich schon länger beschäftigt. Ich wollte einfach einmal sehen, erleben, be-greifen was das Problem hier ist. Warum Palästinenser nicht friedlich mit Juden leben können.

Ich habe auf der ganzen Welt schon so viel Mist der Amerikaner gesehen. Eigentlich hasse ich Amis und deren arrogante – Kriegs und Dollarbasierte – Aussenpolitik. Auch hier in Israel wäre das Treiben und der illegale Siedlungsbau in Palästina ohne die Amerikaner schon längst beendet. Israel erhält rund 10% vom BIP jährlich von den Amis. Mit anderen Worten, ohne die Billigung der Amerikaner läuft hier gar nichts. Das ist auch logischerweise das, was die anderen Staaten (ich zähle auch Palästina als staat) so aufregt. Die Amerikaner verfolgen 2 Ziele: a) strategisch und territoral präsent zu sein und b) um Einfluss zu nehmen auf die ganze Region (und nicht aus Verpflichtungen vom zweiten Weltkrieg, …vielleicht schon eher wegen Parteispenden der Juden fuer den Wahlkampf). Logischerweise wurde Israel nach dem 2 Weltkrieg als sicherer Zufluchtsort fuer Juden an einem Schreibtisch errichtet. Das war damals, und ist heute, legitim. Keine Rasse und Religion darf auf dieser Erde verfolgt werden. Doch es ist so, dass die Juden in der Welt gar nicht so sehr auf den Heimstaat pochen (vgl oben: Israeli nicht gleich jüdisch) und viele in Israel gar nicht willkommen waren und sind. Viel mehr sind es die Israelis, die Palästinenser verfolgen…

Hinzu kommt, dass Israel im 6-Tage Krieg 1967 mit allen umlaufenden Staaten ihr Gebiet kämpferisch erweitert hat. Der Gaza Streifen und Sinai Halbinsel gehörte Ägypten, die Westbank (Palästina) zu Jordanien und Teile vom Norden zum Libanon. Genau dort herrscht heute überall Krieg… oh Wunder…

Ich bin sehr gespannt, was in dieser Region passieren wird. Ein miteinander in diesem Set-up scheint unmöglich. Mit den Revolutionen in allen Nachbarstaaten wird sich das Problem wohl noch verschärfen (Feindbilder definitiv weg) und leider leider glaube ich, dass sich die ganze Region hier nochmals neu formieren wird.
3.5 Flugstunden entfernt, bleibt der EU wohl nur ein eigenständiger und manipulationsfreier Weg. Also ohne Amis, ohne Sanktion und Subvention, ohne Waffenlieferungen (wann wird die Ruag endlich verboten und verkauft?) und wichtig, ohne Vorbehalte dem Koran gegenüber. Das, was wir täglich in der Presse lesen, ist genau die Propaganda welche sich die Entfacher wünschen. (absolute extreme Minderheit). Wir sollten am Besten das alles gar nicht am Fernsehen zeigen – was interessiert uns der iranische Präsident und sein angebliches Atomprogramm? … Das hatten wir doch schon 2x während den erlogenen Irak-Kriegen der Amerikaner. Pakistan hat die Bombe, China (die übrigens im Mittelmeer in Israel ankern, was soll das?), indien, Israel, ….Ohne TV Präsenz ist der Mann und Iran unsichtbar – ebenso Israel mit ihrer gegenpropaganda der angeblichen Vernichtungswünsche und angedrohtem erneuten holocaust.

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…so sitze ich gerade im Austria Hospiz mitten in der lärmigen und quirligen Altstadt von Jerusalem. Eine Oase inmitten der Stadt, made in Austria!! Nice… 35 grad, kühles carlsberg, grandios


Jerusalem
Wichtigster Ort der Juden mit der Klagemauer
Wichtigster Ort der Christen, Kreuzigung und Wiederauferstehung von Jesus
Wichtigster Ort der Moslem nach Mekka mit dem Felsendom/Mosche

Wie kann das sein? 3 sich nicht gerade freundlich begegnenden Religionen haben am gleichen Ort ihren Ursprung (und streiten sich, wer zuerst war…). Die Altstadt ist mystisch und schön. Warum sich das alles jedoch hier abgespielt hat? Keine Ahnung und ist auch egal – jedenfalls wird am Eingang nicht nach Religion gefragt, sondern nur nach Waffen und Sprengstoff. Die Angst vor einem Anschlag hängt hier in der Luft, an jeder Ecke schwer bewaffnetes Militär.

Ich kapiere noch immer nicht, was das Problem ist. Wieso können wir Menschen nicht einfach in Frieden und Liebe zusammen leben? Es ist doch komplett wurscht, wer an was oder wen glaubt, wer welche Ansichten hat. Die Welt, und insb diese Mittelmeerregion, könnte ein einziges grosses fruchtbares Paradies sein. … Könnte…

Macht mich traurig

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Sonnenuntergang auf dem Hospiz. Blick Richtung Felsendom, Klagemauer und Tempelberg
…etwas zu christlich hier die Sache, mein Carlsberg wurde moniert aber schlussendlich toleriert …

…und bein einem alten arabischen Barber (auf einem Stuhl wie bei mir zuhause) habe ich mir dann noch eine rundum Rasur gegönnt… Und gleichzeitig herausgefunden, wie ich in die Westbank nach Ramallah komme. Ich werde den Trip ins besetzte Palästinenser-Gebiet wagen…


Palästina / Westbank

Erschöpft, traurig, aufgewühlt, aggressiv, deprimiert … 4 tage westbank die mein Leben verändert haben.

#walldown
Kaum vorstellbar was sich in der Westbank (besetzte Palästinensergebiete) abspielt. Was uns täglich in der Presse vorgegaukelt wird, ist alles nicht wahr.

1. Die Palästinenser leben äusserst friedlich zusammen. Von wegen Terror und Aggression – dieser findet wo anders statt, aber nicht in Hebron, Ramallah, Bethlehem, Jericho, Nablus… Zudem sind sie durchaus in der Lage, das öffentliche Leben zu organisieren. Hier gibt es keine Kalaschnikows in den Strassen.

2. Die Repression der Israelis ist unvorstellbar. Wer sich nicht mehr vorstellen kann, was oder wie die Mauer in Berlin war, sollte nach Jerusalem gehen. Mitten durch die Stadt zieht sich eine 8 Meter hohe Mauer und Schutzanlage. Einige Beispiele was sich hier abspielt:

– 98% der Fläche von Palaestina unterliegt der israelischen Kontrolle. Israel hat Hunderte / Tausende Sperranlagen im ganzen Land errichtet. Willkürlich werden Strassensperren(Checkpoints) eröffnet und geschlossen. Palästinenser können sich in ihrem eigenen Land nicht frei bewegen und werden ständig schikaniert.

– Israelis errichten nachwievor im ganzen Land einzelne Siedlungen die von extremen orthodoxen Juden bewohnt werden. Die Landeigentuemer werden einfach enteignet durch die Armee. Zuerst wird mit Nato-Stacheldraht ein Gebiet umzäunt und Baracken / Container errichtet. Zudem Schiesstuerme, Video Überwachung und Schussanlagen. Danach wird über die Jahre dann angefangen zu bauen und die Enteigung wird ausgedehnt. Das groesste Israelische Settlement (ma-le) hat heute ueber 30’000 Einwohner und ist eine eigene Stadt. In Hebron haben die Israelis sogar Checkpoints auf den Dächern der Palästinenser gebaut…

– Der illegale (auch durch die EU und USA so benannte) Siedlungsbau dient einem einzigen Zweck: territoriale Einnahme vom Gebiet. Ich nenne es Haus-Terror, denn die Siedlungen werden an strategisch wichtigen Punkten errichtet. Es werden dadurch Acker und Plantagen zertrennt, Verkehrswege abgeschnitten und Palästina nach und nach enteignet. Die Fahrt von Ramallah bis Bethlehem (20km Luftlinie) dauert ca 2 Std. Fuer Israelis gibt es eine Autobahn (10min – natürlich durch Palaestinensergebiet).

– Israel kontrolliert alles. Palästina hat keine eigene Aussengrenze (zwar zu Jordanien, aber auch dort sitzen die Israelis), keinen Meerzugang, keinen Flughafen, keine Kraftwerke. Somit kontrolliert Israel alles, von Lebensmittel, Handel, Benzin und Strom, Autos, Verkehrswege, … Und es herrscht Willkür, so werden beispielsweise Autoimporte doppelt so hoch besteuert wie in Israel. Auch die Besetzung ist also ein Business Case.

– … Die Aufzählung der Repressionen kann beliebig und unendlich weiter geführt werden. Was der Punkt ist: diese unglaubliche Aggression der Israelis kann sich schlussendlich nur in Gegenaggression äussern. Es ist ein Wunder, dass nicht schon längst die 3 Intifada ausgebrochen ist. Es ist den Palästinensern sehr hoch anzurechnen, dass sie nicht mit Gewalt reagieren, sondern sich ihrem Schicksal hingeben und ein lebenswertes Leben versuchen zu leben – hinter den Mauern.

Ich bin zu tiefst erschüttert und betroffen über das gesehene und erlebte. Ist es nicht zu einfach, zur Tagesordnung überzugehen? … Wir wundern uns, wie die Nazis den den Holocaust überhaupt zustande gebracht haben. (wir haben ja nur Befehle ausgeführt). Was hier passiert ist eine Art Neuauflage.

Victims of the Victims of holocaust

Jede und jeder Israeli leistet ab 18 für 3 Jahre Militärdienst. Im ganzen Land rennen hundert Tausende Jugendliche mit geladenen Maschinengewehren (und iphones) herum. In Hebron zb bewachen 4000 Soldaten ca 500 jüdische Siedler die illegal seit 10 Jahren einen Stadtteil mitten in Hebron bewohnen. … Wir führen ja nur Befehle aus… Kein Wunder, dass junge Israelische Reisende als rüde und arrogant in der Welt auftreten. Diese Teenager kommen aus einem selbstgemachten Krieg, haben über Jahre schwere Waffen getragen und in ständiger Angst gelebt.

Es wäre leichteste Übung, Terror nach Israel zu bringen. (vgl Sprengstoff Anschläge auf Busse in Tel Aviv). Der ganze Staat bewegt sich in einer Art Scheinsicherheit durch die Mauern, hunderte Kilometer schwer bewachter Grenzen, usw…

Mann stelle sich einmal auch die andere Sicht vor. Als jüdischer Siedler zusammen mit vielleicht 500 Menschen, hinter Mauern und Stacheldraht Kinder gross zu ziehen. Es gibt keine Freunde rund herum, es gibt keinen Shop, der Weg zur Arbeit führt über palästinensische Strassen. Jeden Tag könnte man sterben… Unglaublich, wie radikal und mit einer Hirnwäsche versehen man sein muss, so ein Leben zu leben. Einzig und allein, um die territorialen Interessen vom eigenen Staat zu erfüllen. (wir haben ja nur Befehle ausgeführt…). Mann stelle sich auch die Kinderherzen vor, die so aufgewachsen sind.
Viele sind ja bereits erwachsen und gründen nun neue illegale Siedlungen, da sie ja dieses Leben und dieses Muster kennen. Verbitterung, Fanatismus, Bedrohung… Wo ist hier die Liebe? Wo ist Frieden? … Wird nicht jedes Baby liebend und frei geboren und hat ein Recht auf ein Leben ohne Stacheldraht?

Mauern haben keine Zukunft. Niemals

Darum habe ich in eine Guerillia-Aktion die Mauer besprüht. „Twitter this #wallldown“ und „Peace is not so expensive“. Eine kleine Aktion… Viele kleine Aktionen machen eine Bewegung, eine Bewegung eine Veränderung und eine Veränderung – Frieden.

…um für mich ein friedliches dieser Reise zu finden habe ich im besetzten Bethlehem vor der Kirche (höhle von Jesu Geburt) Stille Nacht auf meiner Melodica gespielt.

Zum Abschluss zurück in der absolut verrückten Stadt Tel Aviv.

Im Gegensatz zu den teilweise sehr strikten Regeln (verschleierte Frauen, Juden in typischer Montur, …) ist Tel Aviv absolut verrückt, schrill und laut.

Wunderschönes Boutique Hotel (Art plus), Sonne, Strand, Good Food und eine Salsa Liveband am Strand – oben ohne getanzt bis zum umfallen. …auch das ist Israel.

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Eine Antwort to “Israel”

  1. Ilse Says:

    beeindruckend. erschreckend. aufwühlend.
    Danke, Andy!

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